For a moment light can burn, but that moment never return

 

    

 

    

   

 

 

A Plea for Mortality

"When l die, think only this of me ..." (Rupert Brooke)

That l was a wave

That feil back into the sea.

A weary bird that folded its wings

To become once again

A part of all things.

A tiny drop

Of wonder, laughter and emotion

That flowed back into the ocean.

 

That now, without the Illusion of self,

l too am the singer on the cliff,

The runner who will win,

And, yes, the murderer steeped in sin.

 

l was a rather trivial thing –

Not very good, not very clever –

But this is the best:

There was only one me,

And whatever it was,

It's gone for ever.

 

For a moment a light can burn,

But that moment will never return.

John Brose.

 

 

 

DAS FEST

 

“Herrlich, so ein Luftschiff-Fest. Drei Kapellen und nur 300 Gäste. Und die Springer sehen in ihren Kostümen schick aus. Sie auch.“

 „Ja, ich hatte schon immer eine Schwäche für Wespen, daher diese Aufmachung.“

„Die grün-gelben Flügel stehen Ihnen sehr gut - richtige Kunstwerke.“ Sie lächelte charmant.

„Tja, die werden leider auch kaputt gehen. aber ich gehöre zu den Glücklichen, die an ihrem Geburtstag springen dürfen. Früher konnte man nur seinen Geburtstag feiern, nicht auch ...“ Er lächelte charmant zurück.

„Am 15. Juni 2040 also. Ach schauen Sie sich diese kleine Wolke an, die vorbeisegelt. Ist die nicht lustig?“

„Ja. So was  habe ich seit meinem Bescheid viel mehr wahr genommen als früher. Die einzelnen Blätter eines Baumes, die Ausstrahlung des ganzen Baumes.“

„Hatten Sie auch andere Angebote?“

„Ja. Schiff. Historisch, Ernest Hemingway mit – Sie wissen ja. Oder Russisch Roulette Und so weiter. Ich hätte ja auch einen Antrag auf zwei Jahre Verlängerung stellen können, aber ich habe es lieber gelassen.“

„Ich schätze, Sie sind aber gar nicht so alt.“

„Stimmt, erst 115. Und könnte noch was Nützliches machen. Arbeitskräfte werde dringend gesucht, und ich bin ja Architekt. Mit meiner Fachroboter-Mannschaft habe ich zahlreiche Schulen zu hypermodernen, ich darf sagen kunstvollen Altenheimen umgebaut. Aber bei mir müßte wieder so vieles ausgetauscht werden. Gelenke, Nieren, Leber, Netzhäute, usw. Sie wissen ja.“

„Allzu gut. Bin nur 110, aber vieles ist auch bei mir neu. Erst vor kurzem die ganze Gesichtshaut, Lippen, Augenbrauen ...“

„Sie sehen auch blendend aus. Wie Frauen früher mit vierzig.

„Danke. Ach, ich glaube das Thermostat in meinem Kleid ist nicht ganz in Ordnung. Denkt wir stehen draußen, während es hier gar nicht kühl ist.  Die Mäntel, die man früher getragen hat, waren doch viel gemütlicher als Kleidung mit Heizung.“

„Sie haben bestimmt schick ausgesehen in einem Mantel.“

„Sie sind charmant. Ich brauche meine Gehirnsteuerung gar nicht auf „Gefühl“ einzustellen, um Sie sympathisch zu finden.“

„Wir könnten ein bißchen herumwandern. Sind Sie eine Verwandte oder eine Freundin eines Springers?“

„Ich bin wegen meiner älteren Schwester hier. Die ist 120 und will jetzt eine Weile lang ihre Ruhe habe, bevor Sie springt. Sieht als Fee auch toll aus -  aber hat die Nase ein bißchen voll. Findet es auch geschmacklos, daß das Altenversorgungsamt schon wieder Altenentsorgungsamt heißt.“

„Tja, der radikale Bund Junger Steuerzahler hat sich wieder mal durchgesetzt.“

„Wir könnten ein bißchen herumwandern.“

„Um diese Zeit tritt, glaube ich, der „kosmische Komiker“ Willy Sternhagel auf dem Oberdeck auf.“

„Seine lachenden Hunde und den Katzen-Chor finde ich ganz gut, aber seine Witze sind mir ein bißchen zu kosmisch ‚Trifft ein Planet einen anderen ...’.“

„Na ja, heute abend erfahre ich sowieso wie lustig es im Kosmos ist.“

„Ach, da drüben, die lustigen Typen, die als Priester und Rabbiner herumwandern.“

„Früher wären sie ja gar nicht lustig gewesen. Aber seit Siegfried Leid die evolutionäre Fehlentwicklung im Gehirn entdeckt hat, die zu Religion führte, hat sich ja Gott sei Dank  – entschuldige – hat sich glücklicherweise alles  geändert“

„Und daß der Fehler so leicht durch Kurzwellenchirurgie korrigiert werden konnte ...“

„Ja, am besten gleich nach der Geburt – wenn es mal eine Geburt  gibt. Aber da drüben scheint was los zu sein.“

„Ha – sehen Sie die beiden die in dem Raum links unter der Decke schweben? Das ist mein Sohn mit seiner hübschen Freundin.“

„Der bunte Anti-Gravi-Gürtel, den sie trägt steht ihr sehr gut. Und Ihr Sohn macht sich auch gut.“

„Aber er macht mir auch ein bißchen Sorgen. Er ist Futurologe, und in dem Fach ist die Selbstmordrate besonders hoch. Er erforscht, ob der Planet sich erholen kann, wenn Homo Sapiens vorbei ist. Was piept denn da?“

„Ach, das muß der Mikrosender in meiner Kluft sein. Für das Einsammeln. Regt sich wohl auf. Und ich glaube, ich bin so weit. Sie müssen sich ja noch um Ihre Schwester kümmern. Ich werde nach draußen gehen.“

„Ich komme mit.“

Hand in Hand gingen sie auf das Oberdeck.

„Ach, hier draußen ist es herrlich. Sterne, Mond ...“

Sie sahen sich lange an.

„Eigentlich sind Sie die Frau, die ich immer gesucht habe. Ach, das Leben ist immer noch ein lustiger Laden.

„Ich werde Sie nie vergessen. Am liebsten würde ich mitkommen. Aber mein Sohn braucht mich noch.“

Sie umarmten sich lange. Dann lächelte er, sagte „Lebe wohl, Liebling“, und sprang.

Als er fiel, winkte er noch einmal. Eine Möwe erschrak, als sie die große Wespe sah, und auch ihr winkte er freundlich zu.

                                                                                              ©John Brose

 

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche