EXPO  2000
Hannover / Germany
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Eine friedliche Welt:
Originalität und Phantasie statt Protz und Gerangel.
Mit Humor zwinkert und grüßt die Großmacht China der fehlenden Großmacht USA in die EXPO hinein zu, indem sie dem berühmtesten Automobil des vergangenen Jahrtausend, dem amerikanischen Mondauto, ein chinesisches Emblem anklebt.
Ein freundlicher Vorwurf für das Fehlen der USA
Auch Deutschland protzt nicht und zeigt in seinem Pavillon Niveau mit Geschmack mit einem Gruß an die schönen Künste und Nostalgischem.
 
 

Aber etwas zu bescheiden und eher von Gestern als ein Blick in die Zukunft: Der teure Themenpark. Das hätten andere, alle anderen, Holländer, Belgier, Japaner, Koreaner, Franzosen, Engländer usw. sicher besser gemacht. Deutschland ohne Ehrgeiz, ohne Verantwortung, ohne Möglichkeit ist noch immer ein Schlußlicht im Schatten der eigentlichen Welt. Zumindest das wurde öffentlich. Daß wir Menschen alle in einem Boot sitzen, war als Problematik kaum Thema, mit welcher Problematik ganz ungenügend, und wohin das Boot fährt, schon gar nicht - eben Thema verfehlt.
Vatikan und Islam hielten dazu nicht anders an sich.

Die Logistik freilich mehr als bescheiden, krämerhaft, kleinkariert, unsozial. Für jemand, der zum Anfahrpreis und Eintrittspreis nicht noch einmal unverschämt kräftig für ein Stückchen bedrucktes Papier bezahlen kann, bleibt der Lageplan der einzelnen Hallen, und bleiben damit Veranstaltungen und auch Transportmittel geheim. Massenhaft bedrucktes und kostenlos verteiltes Papier wird offensichtlich sorgfältig zensiert, auf daß sich ja niemand kostenlos orientieren kann.
Unsozial und dilettantisch auch der Zugang zu den über hundert einzelnen Hallen, die viele Kilometer auseinander liegen, was jeder Flughafen und jedes Kaufhaus weit einsichtiger löst, so daß hier auf der Weltausstellung der Besucher 90% seiner teuer bezahlten Zeit mit Laufen verbringt, wenn er sich nicht noch einmal 350 Mark für ein Mobil leisten kann, die denn auch unbenutzt stehen bleiben. Man läßt antanzen und zahlen.
© Friedhelm Schulz, 15. August 2000
 

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